Das Zoologische Museum der Universität Zürich



Von kleinen und großen Tieren Museen gibt es viele – auch in der Schweiz. Museen, in denen Kinder große Augen bekommen, mit Freude die Ausstellungsstücke bewundern, selbst aktiv werden und gar nicht mehr gehen wollen, sind hingegen eher selten. Das Zoologische Museum der Universität Zürich ist eine dieser rühmlichen Ausnahmen. Deshalb sollte man sich auch nicht wundern, wenn man vormittags auf Gruppen aus Schulen und Kindergärten trifft, die eifrig zwischen den Tischen und Vitrinen umherwuseln, Fragebögen ausfüllen oder Wassertiere untersuchen. Es ist eben ein Erlebnismuseum, das nicht nur älteres Publik anspricht. Als wir an einem Montag kurz vor Mittag in das Zoologische Museum kommen, ist noch eine Klasse da, die sich über die Fauna der Schweiz und der Erde informieren lässt. Vor allem die Insekten, Krebse, Spinnen und Muscheln haben es den Kindern angetan. Sie stehen um die etwas ungewöhnlichen Schaukästen und warteten darauf, endlich selbst durch die Mikroskope gucken zu können.

Normalerweise hat man diese Tiere nicht gerne in der Wohnung und auch sonst sind die meisten Insekten eher lästig oder man ekelt sich vor ihnen. Durch das Mikroskop betrachtet, das man rund um die Glaskästen schieben kann, sieht man sie – durchaus wörtlich gemeint – mit ganz anderen Augen. Die vielen kleinen Details, die erst dank der vielfachen Vergrößerung deutlich werden, sind faszinierend. Das gilt auch für die Schnecken und Muscheln, die in der Schweiz heimisch sind. Etwas größer und ohne optische Hilfe perfekt zu sehen sind die anderen Schaustücke in dem Züricher Museum. Vom Quassenflosser Latimeria als zoologisch wichtiges Tier, über Hasen, Nagetiere, Insektenfresser, Fische, die man sich per Touchscreen auf den Bildschirm holen kann, Fledermäuse, Vogel und Reptilien, bis hin zu Tieren der Eiszeit, Raubtieren, Paarhufern und Großtieren sind im Erdgeschoss des Hauses zu sehen. Die Informationstafeln sind kindgerecht aufgebaut und damit leicht verständlich. Die Möglichkeit, sich im Audivisionsbereich Filme und Tonbildschauen anzusehen, ergänzt die Ausstellung. Mitten im Raum stehen zudem Arbeitstische, an denen die Schüler eifrig ihre Ergebnisse zusammentragen. Viele kommen gerade aus der Bibliothek, in der man ganz in Ruhe sein Wissen vertiefen kann. Auf Weltreise geht es im Untergeschoss des Zoologischen Museums.

Hier sind die die Schaukästen und Vitrinen nach Kontinenten und Regionen aufgeteilt. Nashorn, Tiger und selbst Giraffen sind hier zu bewundern. Uns macht es Spaß, durch die großzügig angelegte Ausstellung zu schlendern, von der Antarktis und Arktis nach Australien, von hier zu den Tieren der Orientalis und der Aethiopis Es gibt viel zu sehen. Und wären wir etwas eher da gewesen, hätten wir noch die Vorstellung im hauseigenen Kino besucht, die jeweils um 11 und um 15 Uhr beginnt. Der Eintritt in das Museum, dem das Paläontologische Museum angeschlossen ist, dem wir anschließend einen Besuch abstatten wollen, ist übrigens kostenlos. Geöffnet hat es dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Lohnenswert sind auch die Sonderaustellungen. Noch bis Juni 2007 dreht sich hier alles um den Steinbock, als wunderliches und verwegenes Tier.