Der Wildpark Peter und Paul



Sich an der frischen Luft zu bewegen, die Natur zu genießen, Tiere zu beobachten und einfach nur dem Rascheln der Blätter an den Bäumen zu lauschen ist für uns Erholung pur. Das gilt gerade für den Herbst, wenn die Natur sich von ihrer farbenprächtigsten Seite zeigt. Vielen scheint es ähnlich zu gehen. Anders lässt sich der große Zuspruch für den Wildpark Peter und Paul in der Nähe von St. Gallen nicht erklären. Raus aus der Stadt, rein ins Grüne, lautet das Motto. Der Eintritt in den 1892 von Jägern und Wildschützern gegründeten Park das ganze Jahr über kostenlos. Das Geld für die Erhaltung des Parks und des großen Wildbestandes kommt allem aus privater Hand.

Der Wildpark Peter und Paul liegt auf 780 Metern Höhe. Wer zum ersten Mal in dem beliebten Naherholungsgebiet unterwegs ist, sollte einfach dem Waldlehrpfad folgen, an dem die Gehege für die Tiere angelegt wurden. Idealer Startpunkt sind die Steinböcke. Denn mit ihnen hat auch alles angefangen. 1906 kamen drei Kitze, zwei Geißlein und ein Böcklein, aus dem Gran-Paradiso Gebiet in Italien nach St. Gallen. Ob es nun Wilderer waren, die im Auftrag handelten oder alles legal vonstatten ging, lässt sich heute nicht mehr sagen. Dafür spricht der Erfolg der Zucht für sich. Bereits fünf Jahren später konnten die ersten Jungtiere im Oberland von St. Gallen wieder ausgesetzt werden. Im Jahr 2006 wird deshalb auch das Jubiläum „100 Jahre Steinbock in der Schweiz“ gefeiert. Die Anlage, die im Wildpark Peter und Paul für die Tiere geschaffen wurde, ist wirklich schön. Schon 1907 wurden erste künstliche Steinbockfelsen gebaut. Sie wurden ständig erweitert, so dass die Tiere wie in ihrem natürlichen Umfeld klettern und Schutz suchen können.

Auf der anderen Seite des Lehrpfads ist das Gelände für Gämsen. Wir gehen weiter den Pfad entlang, sehen Damm- und Rothirsche. Die nächsten Tiere, die im Park zu beobachten sind, sind die Murmeltiere. Hier muss man schon ruhig sein und sehr genau hinsehen, um die Nager beobachten zu können. Bei den Wildschweinen ist das sicherlich etwas einfacher. Unterwegs machen wir Rast und setzen uns auf eine der Holzbänke. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick in die Landschaft und die Gehege. Ganz in Ruhe kann man hier die Eindrücke auf sich wirken lassen. Rothirsche, Wildkatzen, Sikahirsche und Luchse sind die weiteren Bewohner des Wildparks. Bei unserem Gang durch die Natur sehen wir allerdings nicht nur die Tiere. Das Areal liegt sehr günstig. Thurgau, der Alpstein, Vorarlberg, Bodensee und Süddeutschland kann man beim Spaziergang im Park ebenso sehen, je nachdem, welchen Standort man gerade hat. Dass diese Wanderung an frischer Luft hungrig macht, ist verständlich. Wer keine geschmierten Stullen und Saft mitnimmt, kann es sich im Restaurant Peter und Paul gemütlich machen, das nahe beim Lehrpfad zu finden ist. Die große Terrasse lädt ein, bei schönem Wetter, draußen zu sitzen.