Ein kurzer Stadtrundgang durch Luzern



Mit der Bahn zu fahren, hat Vor- und Nachteile. Zum einen ist man auf den Fahrplan angewiesen und weniger flexibel, zum anderen ist es wesentlich bequemer und man hat Gelegenheit, die Landschaft in Ruhe zu genießen. In Luzern gibt es einen weiteren Vorteil. Vom Bahnhof der Stadt aus lassen sich viele Sehenswürdigkeiten ganz einfach zu Fuß erreichen. Kommt man aus dem Bahnhof, hält man sich rechts und geht Richtung Seebrücke. Von hier aus geht es weiter nach links auf die Bahnhofsstraße. Nach rund fünf Minuten Fußweg erreicht man die Jesuitenkirche. Sie wurde 1666 erbaut. In der Kapelle des von außen und innen beeindruckenden Barockbaus, dem ersten sakralen Bauwerk dieses Stils in der gesamten Schweiz, befindet sich die Originalkutte des Schweizer Landespatrons, Bruder Klaus. Die Jesuitenkirche gilt als architektonisches Meisterwerk, bei der vor allem Stuckateure für die kunstvollen Verzierungen sorgten. Zu besichtigen ist sie jederzeit außerhalb der Gottesdienste.

Von der Jesuitenkirche aus überquert man die Reuss über die Kapellbrücke. Die älteste Holzbrücke Europas, die erstmals 1333 in den Urkunden angedeutet und 1367 auch erwähnt wird, ist zwar nicht mehr im Original erhalten, dafür als neue Kapellbrücke genauso schön wie die alte. Ein Feuer zerstörte 1993 die Sehenswürdigkeit, von der nur die Brückenköpfe und der Wasserturm übrig blieben. Dank sehr genauer Pläne war die Brücke weniger als ein Jahr später wieder begehbar. Sie war einst Teil der Stadtbefestigung, ist überdacht und mit einer Reihe von Bildtafeln ausgestattet, auf denen die Geschichte von Stadt und Land dargestellt ist. Bei jedem Schritt hört man ein wenig das Knarren der Balken und Bohlen. Teil der Brücke ist das meist fotografierte Bauwerk der Schweiz, der Wasserturm. 34,5 Meter vom Grund bis Dach misst das achteckige Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert. Von allen Seiten halten Besucher der Stadt den Turm mit dem seit über 100 Jahren nicht mehr genutzten Storchennest auf dem Dach im Bild fest.

Hat man die Kapellbrücke hinter sich gelassen, geht es nach links auf den Rathausquai und von hier direkt zum Rathaus am Kornmarkt, das zwischen 1602 und 1606 erbaut wurde. Einst war es ein Kaufhaus und wo sich die Kornschütte befand, sind heute Konzerte und Ausstellungen an der Tagesordnung. Dienstags und donnerstags kann man sich am Rathaus auch direkt vom bunten Markttreiben mitreißen lassen. Wer die Stadt nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich dem Stadtbummel anschließen, der von der Tourist-Information Luzern angeboten wird. 18 Schweizer Franken oder den entsprechenden Eurobetrag kostet der Rundgang, der um 9.45 Uhr an der Zentralstraße ganz in der Nähe des Bahnhofs beginnt. Zwei Stunden dauern die Spaziergänge in deutscher und englischer Sprache. Sie finden von Mai bis Oktober täglich statt, von November bis Ende April jeden Mittwoch und Samstag. Daneben bietet die Stadt Luzern eine Vielzahl von Führungen an, die sich vor allem an Reisegruppen von bis zu 25 Personen richten.