Eine moderne Stadtrallye durch Aarau



Eine gemütliche Nacht im Hotel sowie ein gutes und reichhaltiges Frühstück sind die besten Voraussetzungen, wenn man eine Stadt erkunden möchte. Unsere Reisegruppe hatte sich für ein ganz besonderes Angebot der Gemeinde Aarau entscheiden, das Kreativ City Game. Vom Prinzip her eine Stadtrallye wie Kinder sie gerne zu ihren Geburtstagen veranstalten. Nur, dass hier am Ende nicht ein Glas Apfelsaft mit Schokotorte auf uns wartet, sondern ein leckerer Apéro, dem sich ein gemeinsames Essen in einem der gemütlichen Lokale der Stadt anschließen wird. Als Treffpunkt hat unsere Gruppe mit der Gemeindeverwaltung das Theater „Tuchlaube“ ausgemacht. Hier wollen wir uns mit den Kreativ City-Guides treffen, die das Stadtspiel für uns ausgearbeitet haben. Sie stellen sich vor und erzählen, was auf uns zukommt. „Ihr braucht Orientierungssinn und Teamgeist“, betonen sie. Schnell zu sein, könne zwar nicht schaden. Pfiffig an die Aufgaben zu gehen, bringe aber mehr.

Nachdem sie uns die grundlegenden Informationen mit auf den Weg gegeben haben, teilen sie uns in Fünfergruppen auf. Jede Gruppe erhält eine Sofortbildkamera, Karten, Pläne, Fotos, Postenbezeichnungen und natürlich die Aufgaben. Dann geht es los, die Stadt und ihre verborgenen Ecken zu erkunden. Mit dem nötigen Rüstzeug macht sich unsere kleine Gruppe auf den Weg direkt in die Altstadt von Aarau. Wir haben nur ein Foto, auf dem eine Malerei zu sehen ist. Gar nicht dumm, fragen wir einfach ein paar Passanten, wo wir das Motiv finden könnten. „Das ist einer der Dachgiebel hier“, lautet die erste Auskunft. Mit dem Kopf in den Nacken gelegt, gehen wir auf die Suche. 70 dieser reich verzierten Dachgiebel soll es in der auf einem Felssporn erbauten Altstadt geben. Drei Straßen weiter werden wir fündig, notieren den Straßennamen und die Hausnummer. Die erste Aufgabe ist gelöst. Auch die nächsten Fragen beziehen sich auf die Altstadt.

Als es ums Schlössli geht, das aus dem 13. Jahrhundert stammt, müssen wir in Erfahrung bringen, wie hoch der mittelalterliche Wohnturm im Zentrum der Anlage ist. Ein Ass im Schätzen ist keiner von uns. Dafür gibt es aber freundliche Mitarbeiter im Stadtmuseum, das im Schlössli untergebracht ist, die uns helfen. 25 Meter sind es. Drei Stunden sind wir so in der Stadt unterwegs. Ziel ist ein Lokal. Hier gibt es auch den heiß ersehnten Apéro. Während wir uns unterhalten, nehmen sich die CityGuides sich die Fragebögen vor und werten sie aus. Gewonnen hat unsere Gruppe nicht. Was soll’s. Dafür hat’s Spaß gemacht. Das sagen beim gemeinsamen Mittagessen alle aus unserer Reisegruppe. Immerhin mal etwas anderes als eine geführte Stadttour, bei der man mit Informationen erschlagen wird. Wem das lieber ist, der kann sie wie das Stadtspiel bei der Gemeinde buchen.