Zermatt - Mit Panoramablick durch die Alpenlandschaft
Bahnhof Zermatt: Wir sind eigentlich viel zu früh dran, konnten es aber nicht erwarten, endlich auf dem Bahnsteig zu stehen und auf den Glacier-Express zu warten,
einen der berühmtesten Züge der Schweiz. Die Karten für die Fahrt von Zermatt nach St. Moritz hatten wir uns schon vor dem Urlaub in einem Reisebüro gesichert.
Es auf Gut Glück zu versuchen und auf zwei freie Plätze zu hoffen, war es uns zu riskant. Denn der Zug hat seit der ersten Fahrt 1930 nichts an Popularität eingebüßt
und ist nach wie eine der touristischen Attraktionen. Bemüht man sich früh genug um die Karten, sollte man auf jeden Fall probieren, Plätze in den Panoramawagen
zu sichern die 2006 in Betrieb genommen wurden Ob erster oder zweiter Klasse ist eine Finanz- und Geschmacksfrage,. In der ersten Klasse stehen je Wagen
36 Sitzplätze zur Verfügung, in der zweiten Klasse sind es 48 Plätze. Beide verfügen über eine Klimaanlage, da die Fenster nicht geöffnet werden können.
Endlich ist es soweit. Schon vor der Durchsage auf dem Bahnsteig können wir ihn hören, den Glacier-Express.
Dann kommt er in den Bahnhof gefahren, leuchtend
rot gleitet der Meterspur-Zug ein. Die Panoramawagen fallen sofort auf. Statt der sonst üblichen kleinen Fenster wie sie in Regionalbahnen und ICs zu finden sind,
reichen sie hier bis zur Decke. Damit dürfte es keine Probleme geben, alle Sehenswürdigkeiten, an denen es vorbeigehen soll, in aller Ruhe sehen zu können.
Unsere Plätze haben wir schnell gefunden und auch das Informationssystem über Kopfhörer, das in insgesamt sechs Sprachen verfügbar ist und während der
Fahrt über die Details der Strecke Auskunft gibt, ist kinderleicht zu bedienen.
Kaum haben wir unsere Sachen verstaut und sitzen, fährt der Zug auch schon los. Eine siebeneinhalbstündige Fahrt steht uns im „langsamsten Schnellzug der
Welt“ bevor. Die Strecke hat es in sich und dürfte gerade deshalb so begehrt sein, nicht nur bei eingefleischten Eisenbahnfreunden. 291 Brücken überquert der
Glacier-Express auf seinem Weg nach St.Moritz und fährt durch insgesamt 91 Tunnel.
Vom technischen Standpunkt betrachtet, ist die Strecke damit eine kleine
Meisterleistung. Die 86 Meter hohe Solisbrücke muss überquert werder, das 137 Meter lange Schmittentobelviadukt, das Landwasserviadukt und zwischen
Filisur und Bergün sind 292 Höhenmeter zu überwinden. Die Liste der Höhepunkte der Fahrt mit dem Glacier-Express ließe sich noch lange fortsetzen. Nicht
fehlen darf dabei die Fahrt über den 2033 Meter hohen Oberalppass.
Wir sind begeistert von der Fahrt, den Blick auf die Berge wie das Matterhorn oder das Weisshorn, die Seen wie den Oberalpsee und generell die Landschaft.
Über sieben Stunden in einem Zug zu sitzen, ist zwar nicht immer bequem und auch ein wenig anstrengend. Aber es lohnt sich. Auch die Investition von rund
90 Euro für die einfache Fahrt in der zweiten Klasse. Hinzu kommen noch ein paar Franken für die wirklich gute Verpflegung im Speisewagen oder auf Wunsch auch am Sitzplatz.