Das Kraftwerk in Birsfelden - Technik für die Umwelt
Normalerweise sind Kraftwerke rundherum hermetisch abgeriegelt. Hohe Stahlzäune mit Stacheldraht sollen Besucher fernhalten. Wachpersonal sorgt dafür, dass nur Bedienstete den
Weg zu den als Nutzbauten gestalteten Einrichtungen finden. Sie geben ganz einfach nichts her, weder von der Architektur, noch vom Umfeld. Ganz anders sieht das in Birsfelden in der
Schweiz aus. Der kleine Ort an der Stadtgrenze von Basel ist stolz auf sein Kraftwerk, das die Kraft des Rheins nutzt und gut 17 Prozent des Stroms liefert, der in der Region Basel
verbraucht wird. Überhaupt ist Wasserkraft in der Schweiz ein wesentlicher Faktor in der Energiegewinnung. 60 Prozent beträgt der Anteil, den die Wasserkraft an der
Stromproduktion der Eidgenossen hat.
Das Kraftwerk in Birsfelden ist gleich aus zweierlei Gesichtspunkten ein lohnenswertes Ziel, das von Basel aus recht schnell erreicht ist. Die Anlage ist einerseits ein architektonisches
Meisterwerk. Andererseits steht es Besuchern offen und ist die Betreibergesellschaft redlich darum bemüht, so umfassend wie möglich über die Technik des Wasserkraftwerkes zu
informieren. Gäste sind stets willkommen und können kostenlos an den Führungen – wenn eine Gruppe von mindestens fünf Personen anwesend ist – teilnehmen. Selbst eine CD
wurde produziert, die ebenfalls gratis erhältlich ist und entweder auf den Besuch vorbereitet oder als kleine Erinnerung an den Besuch dienen kann.
Anliegen von Architekt Hans Hofmann war es von Anfang an, eine Halle zu schaffen, die offen und für jedermann einsehbar ist. Das Konzept hat bis heute seine Gültigkeit behalten.
Auf dem Weg zum Kraftwerk fallen schon früh die vielen Glasflächen des Gebäudes auf. Die Pfeiler, die in Form eines Ypsilons gegabelt sind, bilden dank der kräftig gelben Farbe
einen deutlichen Kontrast zu dem ansonsten vorherrschenden Glas. Auch das gefaltete Dach ist ein kleines Kunstwerk. So schlicht die Maschinenhalle auch ist, so gekonnt hat Hans
Hofmann hier für Leichtigkeit gesorgt, die jedem Besucher sofort auffällt. Gelbe Farbtupfer, wie die Pfeiler sie darstellen, gibt es auch in der Halle. Von der Decke hängen 60
Punkt-Leuchten. Geht man abends den Rhein bei Birsfelden entlang, scheint es, als ob das Gebäude ein einziges Lichtobjekt über dem Wasser ist.
Die Halle selbst ist über die Rad- und Fußgängerbrücke am Stauwehr zu erreichen. Eine kleine Spindeltreppe führt von hier aus zu einem Besucherbalkon, von dem man den
Blick über die Turbinen und die technischen Einrichtungen der Anlage schweifen lassen kann. Nähere Informationen gibt es dann in Form von computergestützten
Präsentationen, Modellen in einem 1:1 Maßstab, Zeichnungen und Schautafeln. Solche Tafeln sind auch überall rund um das Kraftwerk zu finden. Sie zeigen auf, wie
sich die Stromerzeugung mit der Natur vereinbaren lässt. Beispielsweise mit einer Fischtreppe, die beim Kraftwerk Birsfelden zu bewundern ist.