Albert Einstein Ausstellung im historischen Museum Bern
350.000 Besucher zog die Ausstellung zum Leben von Albert Einstein im Historischen Museum Bern an. Geöffnet war sie vom 15. Juni 2005 bis zum 15. Oktober 2006.
Wir waren im Sommer 2006 zu Besuch in Bern und ließen es uns nicht nehmen, zur Sonderausstellung zu gehen, die eigentlich schon im April hätte schließen sollen. Alle,
die nicht die Gelegenheit hatten, können sich auf den 1. Februar 2007 freuen. Ab dann wird die Einstein-Ausstellung – wenn auch etwas kleiner – zur Dauerausstellung.
Und Bern ist genau der richtige Ort, um das Schaffen und Wirken von Albert Einstein zu würdigen. Hier entwickelte er seine weltbekannte und weltbewegende Formel E=mc².
2.500 Quadratmeter umfasste die Ausstellung. Und, so ungewöhnlich es auch klingen mag, das Treppenhaus, über das man eigentlich nur von einem in das nächste Stockwerk
gelangt, war für uns eine der Höhepunkte der Schau. Überall im verspiegelten Treppenhaus waren Videoinstallationen aufgebaut, die Albert Einstein privat und bei der Arbeit
zeigten. Dank der Spiegel wurde es zu einem wahrlich audio-visuellen Erlebnis. Das soll den Reiz der anderen Räume, die ebenfalls perfekt und spannend aufgebaut waren,
nicht schmälern. Im ersten Obergeschoss drehte sich alles um das Wirken des Genies. Der speziellen und der allgemeinen Relativitätstheorie waren eigene Räume gewidmet,
seinen Erben, der Kosmologie und seiner Persönlichkeit.
Das Leben von Albert Einstein war zentrales Thema im zweiten Obergeschoss des Museums, von seinen jüdischen Wurzeln, über die Zeit in Ulm, München, Aarau, Zürich,
natürlich Bern, wo er von 1902 bis 1909 weilte, Berlin und Princeton. In den Schaukästen und auf den mehrsprachigen Informationstafeln waren neben seinem Liebeszimmer
auch Schriftstücke zu seinem Kampf gegen den Krieg zu sehen. Filmdokumente, Papiere wie Pässe, Aufzeichnungen sowie Notizen von Einstein, 30 Kurzfilme und viele
weitere Gegenstände konnten wir hier in aller Ruhe besichtigen. Um das Gesehene später noch einmal Revue passieren lassen zu können, gibt es ein Buch zur Ausstellung
und eine interaktive CD-Rom, die sich hauptsächlich mit der Relativitätstheorie beschäftigt.
Da wir das Museum im Sommer besuchten, gehörte ein Abstecher zum Erlebnispark Physik als Ergänzung zur Einstein-Ausstellung mit zu unserem Programm. Hier hieß es
nicht, an Vitrinen vorbei zu schlendern, sondern aktiv mitzumachen. Gerade für jüngere Besucher eine gelungene Abwechslung. Die Initiatoren des Parks laden zu einer
Zeitreise durch die Geschichte der Menschheit und ihrer Erfindungen. Man kann mit einem Scheibenrad-Wagen fahren, historische Bauten mithilfe von riesigen Bauklötzen
errichten, einen Obelisken aufstellen oder auf einem hoch über der Erde gespannten Seil mit dem Rad fahren. Viele wichtige Entdeckungen, die auch auf die heutige Technik
Einfluss hatten, lassen sich anhand von praktischen Beispielen erfahren: Brennglas und Abhörrohr, die Montgolfière, eine Dampfmaschine, die Archimedische Schraube,
Steinbohrer und Stonehenge. Wir arbeiten uns – im wahrsten Sinne des Wortes – durch die einzelnen Teile des Parks, der nach Epochen gegliedert ist, und mit Grillecken
und Picknickplätzen auch Raum zum Verschnaufen und Stärken bietet.