Abkühlung mitten in der Natur - Der Sempachersee



Im 8.000-Seelen-Örtchen Sursee heißt es im Sommer, „pack' die Badehose ein“. Denn direkt vor der Haustüre verfügt die Gemeinde im Kanton Luzern über ein Strandbad, um das sie viele andere Orte nicht nur in der Schweiz beneiden. Einen feinkörnigen Sandstrand gibt es zwar nicht, dafür grüne Wiesen. Statt Palmen stehen knorrige Laubbäume am Wasser und anstelle eines unendlich weit entfernt scheinenden Horizontes sieht man auf die Alpen. Die Anlage am Sempachersee mit dem klassischen Strandurlaub am Mittelmeer vergleichen zu wollen, wäre jedoch wie der Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Es ist ein wunderschönes Strandbad, idyllisch gelegen und – das ist nicht nur unser Empfinden – äußerst familiär. Denn hier hat sich die Gemeinde wirklich für jeden etwas einfallen lassen, von jung bis etwas älter. Und gerade im Sommer, bei Temperaturen, die für Schweißperlen auf der Stirn sorgen, wird sich jeder nach einer Tour durch die Altstadt mit ihrem spätgotischen Rathaus über eine Abkühlung freuen. Sich im Hotel oder der Pension unter die Dusche zu stellen, ist in dem Fall sicherlich kein Ersatz für ein erfrischendes Bad in einem See. Wir haben uns dafür entschieden, vom Hotel aus mit dem Rad zum Sempachersee und dem dortigen Strandbad zu fahren. Kommt man aus dem Ort, hält man sich Richtung A2 und fährt am besten die Münsterstraße entlang zur Sempachstraße, die direkt in den Strandweg mündet.

Der Parkplatz, schön im Schatten großer und alter Bäume gelegen, ist am Nachmittag rappelvoll. Kein Wunder, die Sonne scheint, es ist warm und es sind Ferien. Wir stellen unsere Fahrräder ab und gehen zum Eingang. Vier Franken kostet der Eintritt für Erwachsene, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren zahlen 2,50 Franken, Lehrlinge, Studenten und Angehörige des Militärs drei Franken. Wer nach 17 Uhr kommt – das Bad hat bis 20 Uhr geöffnet, in den Sommerferien sogar bis 21 Uhr – kommt etwas günstiger in den Genuss einer Abkühlung. Ein recht preiswertes Vergnügen, finden wir, zumal es ein wirklich schönes Naturbad ist. Schon am Eingang ist die typische Geräuschkulisse wie sie in jedem Freibad zu hören ist, vernehmbar. Kinder toben auf der Wiese, springen vom Brett oder Turm ins Wasser. Vor allem Familien haben es sich gemütlich gemacht.

Wir suchen uns auch ein lauschiges Plätzchen, breiten die Handtücher aus und wagen uns vor an den See. Da die Wiese etwas höher liegt, gibt es eigens angelegte Wege ins Wasser. Erst mit dem großen Zeh ins feuchte Nass und dann ganz mutig hinein in die Fluten. Badewannentemperatur hat das Wasser des Sempachersees nun nicht gerade. Aber ist man erst einmal im Wasser, freut man sich über die Abkühlung und genießt ganz einfach. Nach den ersten Bahnen im Sempachersee schauen wir uns um, was alles geboten wird. Für Kinder gibt es ein Planschbecken, drei Beachvolleyballfelder wurden angelegt, wer möchte, kann Billard, Tischfußball oder Tischtennis spielen. Zwei Floße mit Rutschbahn, Sprungturm und Sprungbrett sowie ein Selbstbedienungsrestaurant machen das Strandbad komplett. Einziger Wermutstropfen: Der Wasser muss künstlich belüftet werden.