In der Schweiz - mit Huskys unterwegs
Über Nacht hat es wieder geschneit. Das Muotathal liegt unter einer kompakten Schneedecke, die in den ersten Sonnenstrahlen glitzert. Der Tag scheint schön zu werden. Beste Voraussetzungen für das
Abenteuer, das bevorsteht: Ein Schlittenhunde-Erlebnistag im Freizeitdörfli Husky-Camp. Mitten im Muotathal, einem Bergtal, das sich seine Urwüchsigkeit bewahrt hat und einen der größten subalpinen
Fichtenwälder sowie eine der längsten Höhlen der Welt aufzuweisen hat, soll es mit dem Hundeschlitten durch die verschneite Landschaft gehen. Das Dörfli mit seinen Holzhütten befindet sich zwischen
dichtem Fichtenwald und Kalkfelsen. Holzhütten, in denen 34 Betten für Gäste zur Verfügung stehen, rahmen die Anlage ein. Von den Hunden ist an diesem Morgen noch wenig zu hören. Doch das soll
sich im Laufe des Tages noch ändern. Einfach so lässt man uns nicht auf die Tiere los.
Der Musher, der erfahrene Lenker des Hundeschlittengespanns, informiert erst einmal über die Sibirian Huskys. „Hündinnen werden etwa 56 Zentimeter, Rüden rund 60 Zentimeter groß“, erklärt er.
Ihren Ursprung haben die Tiere in Sibirien, wo sie die Nomadenvölker auf ihren Wanderungen begleiteten. Als Schlittenhunde, die an Rennen teilnehmen, werden die wunderschönen Tiere mit ihren
häufig blauen Augen seit Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Rennen werden wir nicht fahren. Wohl aber eine zumindest kleine Tour unternehmen. Dafür ist eine gründliche Einweisung nötig.
Schließlich führen die meisten Teilnehmer am Schlittenhunde-Erlebnistag ihre Hunde normalerweise an der Leine und lassen sich nicht über schneebedeckte Wege ziehen. So folgen nach der Theorie
die lang ersehnte Praxis und der erste Kontakt mit den sehr zutraulichen Huskys. Sie müssen vor dem Ausflug bereit gemacht werden. Wir dürfen dabei helfen und merken, wie sich die Hunde freuen.
Sie scheinen zu spüren, dass es bald losgeht. Vorher packen wir zusammen mit dem Musher noch das für den Ausflug nötige Material zusammen. Die Hunde werden derweil zum Steak-Out
gebracht, eine Anbindevorrichtung, an der die Ketten der Hunde an einer zentralen Kette festgemacht werden.
Jetzt wird richtig deutlich, dass sie kaum mehr erwarten können, loszulaufen.
Für uns gibt es nun die letzten Hinweise und Einweisungen, wie das Gespann aus drei bis vier Hunden gelenkt werden muss. In der Theorie hört sich alles einfach an. Ob es sich auch in der
Praxis so verhält, werden wir erst nach dem Mittagessen sehen. Unsere Aufgabe ist es nun, die Hunde vor den Schlitten zu spannen. Kein leichtes Unterfangen, aber es gibt einen
Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Denn die enorme Kraft, mit der sich die Tiere ins Geschirr legen, sieht man ihnen gar nicht an. Eine mittlere bis gute Kondition
sollte man mitbringen und Beweglichkeit. Sie sind auch nötig. Dafür macht es einen riesigen Spaß, leise über den Schnee zu gleiten, die Verbundenheit mit der
Natur und den Huskys zu spüren. Ein Abenteuer, das man gerne wiederholen möchte.
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